Conrad Murray von Anästhesist belastet

Posted on Okt 20 2011 - 1:34pm by Star reporter

 

Conrad Murray musste sich vor Gericht erneut den Vorwurf gefallen lassen, dass er Michael Jackson das Propofol nicht hätte verabreichen dürfen. Der Anästhesie-Experte Steven Shafer trat gestern, 19. Oktober, im Verfahren gegen den Hausarzt des verstorbenen Sängers in den Zeugenstand. Die Gerichtsmediziner bestätigten bereits, dass der Popstar an einer akuten Propofol-Vergiftung verstarb, zudem erklärten sie, dass in seinem Körper auch das Medikament Lorazepram gefunden wurde.

Shafer hat die grundsätzliche Verwendung Propofols nun verteidigt, das Medikament sei von Murray jedoch falsch angewendet worden, behauptet er. „Propofol ist ein außergewöhnliches Medikament. Ich möchte, dass die Menschen verstehen, dass es ein gutes Medikament ist, wenn es von jemandem verabreicht wird, der etwas davon versteht. Das, was in diesem Fall passiert ist, hat nichts damit zu tun, was sie erleben, wenn sie einen Doktor für eine Behandlung konsultieren. Jeden Tag sage ich den Patienten im Operationssaal was ich machen werde und jeden Tag werde ich gefragt: ‚Geben sie mir das Medikament, das Michael Jackson umgebracht hat?'“, verteidigte er das Mittel. Er sei zudem der Meinung, dass Murray immer wieder gegen die Standards bei der Verwendung des Mittels verstoßen habe. Auch sei der ehemalige Leibarzt des Sängers eher ein Angestellter als ein Arzt des Musikers gewesen und hätte ihm deshalb aus medizinischer Sicht das Mittel gar nicht verabreichen dürfen.

Anschließend bekamen die Geschworenen ein Video vorgeführt, in dem gezeigt wurde, wie Propofol im Tagesgeschäft eines Krankenhauses genutzt wird, um Patienten im Operationssaal zu behandeln. Hierbei wurde deutlich, wie wichtig ist es, bei Auffälligkeiten sofort Hilfe zu rufen; Murray wird jedoch vorgeworfen, dass er noch 20 Minuten lang telefoniert habe, nachdem er festgestellt hatte, dass sein Schützling nicht mehr atmete. Sollte der Leibarzt der fahrlässigen Tötung Michael Jacksons für Schuldig befunden werden, so könnte er vier Jahre lang ins Gefängnis gehen.